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Satirischer Monatsrückblick Januar 2018

von | Jan 31, 2018 | Satirischer Monatsrückblick

Willkommen im Jahr 2018!
Man, war der Januar schnell vorbei.
Haben Sie es gemerkt? Nein? Wirklich nicht? Im Januar fiel drei Tage die TV- Einschaltquotenmessung aus. Wegen technischen Defekts.
Drei Tage lang konnte den Redakteuren dieses Landes niemand sagen, was deutsche Fernseh-Zuschauer sehen wollen, was sie lieben und wen sie hassen.
Das Fernseh-Programm ist dadurch weder besser noch schlechter geworden und ganz ehrlich: Wen interessiert’s? Unsere Enkel werden ohnehin fragen: „Fernsehen? Wat is’n ditte?“

Im Januar haben Sondierungsgespräche für die neue GroKo begonnen und es drängen sich die Fragen auf: Haben wir bis Weihnachten eine neue Regierung? Und hält sie bis Silvester?

Das ein oder andere SPD-Mitglied (es soll ja noch welche geben) wird sich im Januar gefragt haben: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Dschungel-Camp und SPD-Parteitag?
In beiden Formaten stöhnen die Mitwirkenden „Holt mich hier raus!“

In der Politik ist es ja oft wie im Fußball.
Wenn die Vereinsführung einer abstiegsbedrohten Bundesliga-Mannschaft am Samstag-Abend in die Mikrofone selbstgerechter Sportjournalisten röchelt „Wir stehen voll hinter dem Trainer“, dann fragt sich der geneigte Fußball-Kenner, meint er nun „voll Pils“ oder „voll Hefeweizen“. Soll heißen, jeder, der sich ein bisschen mit dem Ball-Geschäft auskennt, weiß, solche Phrasen bedeuten nur eins, nämlich der Trainer ist so gut wie entlassen.

Ähnlich glaubwürdig sind die Statements der SPD-Spitzenpolitiker. Hier eine kleine Auswahl nach der Wahl im September 2017: „Wir sind die Partei der Opposition…“ (Martin Schulz), „Für uns endet heute die Große Koalition…“ (Manuela Schwesig), „Der Platz der SPD ist in der Opposition…“ (Thomas Oppermann).
Ich hab noch mehr auf Lager. „Es ist völlig klar, dass der Wählerauftrag an uns der der Opposition ist…“ (noch mal Martin Schulz) Oder: „Wir werden den Oppositionsauftrag der Wähler annehmen.“ (noch mal Manuela Schwesig)

Nun also doch eine GroKo. Woher kommt der Sinneswandel? Erst wollte Schulz Kanzler werden, jetzt buhlt er um einen Ministerposten. Sogar unter Frau Merkel.
Das ist ungefähr so, als wenn du dir Weihnachten einen Rolles Royce mit Chauffeur wünschst, am Ende bist du froh, wenn du einen alten Fiat 500 bekommst. „Ok“, sagst du dir, „immer noch besser als Trabbi fahren.“

Im Januar hat die „MeToo“-Debatte endgültig Deutschland erreicht. Einige Schauspielerinnen haben in der Zeitung „Die Zeit“ erklärt, der Dieter hätte sie mit seinem Wedel bedroht. Sauerei. Es gab sogar Indizien in Form von ärztlichen Dokumenten über die sexuellen Übergriffe. Aber die vergammelten in irgendwelchen Archiven. Weggeschlossen von Sendeanstalten und Produktionsfirmen.

Hätten sie mal lieber den Dieter…also weggeschlossen und vergammeln lassen. Aber man weiß es halt immer erst hinterher. Und wenn der Erfolg stimmt, wird die sexuelle Belästigung schnell mal als Kavaliersdelikt abgetan. Wird schon nicht rauskommen. Gilt in der Schauspiel-Branche als ganz normales Bewerbungsgespräch.
Nennt sich Casting und findet im Hotelbett statt.

Außerdem bringt ein prominenter Regisseur ordentlich Einschaltquote. Aber wie wir ja am Anfang festgestellt haben: Was nutzt die Quote, wenn die Messgeräte streiken.
Kommen Sie gut in den Februar, feiern Sie ausgelassen Karneval, Fasching oder Faslam. Und natürlich die 28. Meisterschaft des FC Bayern München! – Oh, Entschuldigung, das war ja der Schluss vom Monatsrückblick März.
Auf jeden Fall: Immer schön Lächeln!


 

Spruch des Monats

Es gibt kein französisches, kein italienisches, kein deutsches oder russisches Lachen.
Es gibt nur das Lachen des Menschen.

Marcel Marceau