Satirischer Monatsrückblick April 2018

von | Apr 30, 2018 | Satirischer Monatsrückblick

April, April. Na da war was los. Um gleich mal von der großen Weltpolitik abzulenken, fangen wir mit etwas komplett Unpolitischem an. Seit diesem Jahr fallen Insekten unter die EU-Verordnung für neuartige Lebensmittel.

Ja, Sie haben richtig gelesen. Insekten im Essen, das ist in Deutschland seit 2018 erlaubt. Bei meinem Chinesen um die Ecke gibt es das schon lange.
Die Fußball-WM in Russland verfolgst du vor der Glotze nicht mit einer Tüte Chips, sondern mit knusprigen Mehlwürmern und Maden.
Wenn dir Karen Miosga in der Tagesschau erzählt, dass wieder ein paar Heuschrecken-Investoren die halbe Welt verhökern, knabberst du auf echten Heuschrecken herum. Warum auch nicht, Proteine und Eiweiße tun dem Body gut.

Im Haushaltsplan von Olaf Scholz, dem neuen König der Scheine, unserem Finanzminister, spielen Insekten und Maden allerdings keine Rollo. Höchstens ein paar faule Eier. Oder besser gesagt ein faules Ei. Auch bekannt als „schwarze Null“. Denn der Finanz-Olli will sparen. Er will die schwarze Null halten.

Die blonde Null – also die Uschi von der Leyen – will aber mehr Geld, mindestens ein paar Milliönchen für die Behebung der Mängel in der Bundeswehr. Zum Beispiel Hubschrauber, die fliegen können und U-Boote, die schwimmen können. Das meiste Geld dürfte jedoch für ihre Friseur-Termine draufgehen.

Die deutsche Autoindustrie konnte im April aufatmen. In einer Klausurtagung in Meseberg hat unser aller Königin, Angela Merkel, schützend die Hand über sie (also die Autoindustrie) gebreitet. Die Dreckschleudern müssen nicht umgerüstet werden, denn das sei relativ kostenintensiv, gab sie kund.

Kostenintensiv? Da lachen ja die Hühner. VW hat im letzten Jahr ein Rekordgewinn von 11,4 Milliarden Euro gemacht.
Was ist mit Mutti los? Ist das die Alterssenilität? Oder schraubt sie ihr geistiges Niveau derart nach unten, damit sie mit Donald Trump auf Augenhöhe ist?

Und dann war da noch der Kreuzerlass von Markus Söder. Dem neuen bayrischen Oberhäuptling. In jeder bayrischen Behörde muss am Juni ein Kreuz hängen.
Wahnsinn! Und wer entscheidet, was eine bayrische Behörde ist? Da kannst du froh sein, dass die Post privatisiert wurde. Sonst würde an jedem Postschalter in Bayern Jesus mitleidig vom Kreuz herabschauen, wenn du dein Zalando-Päckchen zurückschickst.

Oder die Bahn AG. Sie ist ja zu 100% Eigentum des Staates. Wenn der ICE die bayrische Landesgrenze überquert, kommt der Schaffner und hängt erst einmal die Kreuze im Speisewagen auf.
Und woher die ganzen Kreuze auf einmal nehmen. Deshalb gilt gemäß Monty Python: „Für jeden nur ein Kreuz!“

Und auch im April, aber kein Aprilscherz war die Echo-Preisverleihung. Rechte Rapper werden gekürt. Da schnalzt der Neonazi mit der Zunge, aber Menschen mit gesundem Hirn kräuseln sich nicht nur die Fußnägel. Inzwischen ist der „Echo“ abgeschafft und die Preisträger werden wegen Volkshetze verklagt. So schnell kann’s gehen: Heute noch im Rampenlicht morgen schon vorm Amtsgericht.

Ab sofort kannst du also keine Echo-Preisverleihung mehr angucken. Aber keine Angst, du kannst dir weiterhin „Goldene Kamera“, „Bambi“, „Grimme-Preis“, „Goldener Bär“, „Goldener Schnürsenkel“ undwasweißich für Preisverleihungen vor der Glotze reinziehen. Mit Bier, Cola und Chips. Ach nee. Chips ja sowieso nicht, denn beim nächsten Fernsehabend knabberst du ja Heuschrecken, Raupen und anderes Insekten-Leckerli.

Und so schließt sich der Kreis. Kommen Sie gut in den nächsten Monat. Und überstehen Sie alle Feiertage, die der Mai so bereithält ohne größere Schäden. Und wenn es zu schlimm wird mit der buckligen Verwandtschaft an Himmelfahrt, Pfingsten, Fronleichnam: Immer schön lächeln!


Spruch des Monats

„Ein Volk, das Kochshows liebt, darf sich nicht wundern, wenn man es in die Pfanne haut.“

J.Z.