Satirischer Monatsrückblick Mai 2016

Im Mai war es wie immer. Jedenfalls für den Fußballfan. Bayern wurde Meister, Bayern flog aus dem Halbfinale der Campions League und Bayern wurde Pokalsieger. Auch sonst hatte man im Mai den Eindruck, alles ist ein ewiger Kreislauf – und du steckst mittendrin. Die Politik diskutiert den Abschied von der Kohle. Und du denkst, der ist bei mir schon längst vollzogen. Einen 500 Euro-Schein hat mein Geldbeutel noch nie gesehen. Doch dann siehst du genauer hin und stellst fest, Abschied von der Kohle, das meint die Kohlekraftwerke. Ach so, denkst du, da geht es um die Umwelt. Deutschland hat vor einem Jahr den vollständigen Abschied aus der Kohleenergie angekündigt. Blöd nur, dass Deutschland in den letzten Jahren Kohleprojekte mit 9 Milliarden Dollar unterstützt hat. Mal abgesehen von den Milliarden für die Banken, damit die ihre Kohleprojekte weiterführen können, mit der Kohle, die sie gar nicht mehr wollen. Also noch mal langsam: Die Banken wollen den Abschied von der Kohle, die sie gar nicht mehr haben, während die Politik den Abschied von der Kohle will, die sie mit der Kohle fördert, die den Banken fehlt. – Sehn Sie da noch durch? – Ich auch nicht. Aber so ging es mir den ganzen Mai. Ich hab den Durchblick verloren.

Eine neue Ziege ist wie ein neues Leben…

Noch mal kurz zurück zur Kohle: Deutschland steht von den G7 Staaten auf dem zweiten Platz bei der Kohleförderung. Beim ESC, dem Eurovision Song Contest, landet Deutschland auf dem letzten Platz, obwohl wir dort viel Kohle reinstecken. Beim ESC hätte ich ohnehin mal wieder ein beliebtes Duo hingeschickt und nicht diese singende Blumenvase. Zum Beispiel die Geissens. Hätte ich mir gut vorstellen können. Robert Geiss mit dem Lied „Eine neue Ziege ist wie ein neues Leben.“ Wie bitte? Das geht nicht? Ach so, stimmt. Das ist ja das Lieblingslied vom Erdogan. Bei „Hart aber fair“ war dann endgültig Schluss. Mit dem Durchblick. Frank Plasberg fragte: „Immer online – machen Smartphones dumm und krank?“ Frau Duygu Gezen, Social-Media-Volontärin der ARD gab zu, nachts läge neben ihr im Bett rechts ihr Handy und links ihr iPad. Und du denkst, was bin ich für eine Schnarchnase. Denn neben mir liegt nachts im Bett eine Frau. Zumindest auf der einen Seite. Auf der anderen liegt nichts. Gut, der Bettvorleger, aber der zählt nicht. Aber vielleicht darf man das gar nicht mehr sagen, vielleicht ist man schon sexistisch, so eine Art Brüderle für Fortgeschrittene, wenn man sagt: „Nachts im Bett hätte ich gern eine Frau neben mir liegen anstatt das iPhone 6s mit 64Gb Speicher.“ Vielleicht hat Frank Plasberg auch nur die falsche Frage gestellt. Vielleicht hätte er fragen sollen: „Machen Talk-Shows dumm und krank?“ Da wüsste ich schon eine Antwort, doch die darf ich hier nicht schreiben. Und sonst? Im Mai? Die AfD darf nicht zum Kirchentag und regt sich darüber auf. Die AfD regt sich über alles auf. Die hat eine Flatrate im Aufregen. Die regt sich sogar darüber auf, dass der Boateng auf der Kinderschokolade ist. Mein Nachbar Schlawutzke sagt: „Ich versteh die ganze Aufregung nicht, ist doch nur Vollmilch.“ Darüber hab ich mich nun wieder aufgeregt.

Nuschel-Schnute Udo ist 70! Herzlichen Glückwunsch!

Nuschel-Schnute Udo ist 70! Herzlichen Glückwunsch!

In Amerika herrscht auch große Aufregung, weil ein durchgeknallter Typ Präsident werden will. Donald Trump. Der Mann mit der Perücke von Sigmund Gottlieb. Oder war es umgekehrt? Egal, ich hab ohnehin keinen Durchblick mehr. Eins weiß ich jedoch: Unser Udo ist 70 geworden. Im Mai. Lindenberg, der Mann mit der Schnute. Nuschel-Udo. Der immer so klingt, als hätte er eine Zigarre zwischen den Zähnen. Aber der darf das. Um so einen schönen Schmollmund wie Udo hinzubekommen, müsste Carmen Geiss ein halbes Jahr zur Botox-Behandlung. In diesem Sinne. Kommen Sie gut in den Juni. Und wenn Sie mal keinen Durchblick mehr haben, nicht schmollen, sondern: Immer schön lächeln!


Fotos: von 4028mdk09 (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons;© Raimond Spekking / , via Wikimedia Commons

Spruch des Monats

„Rege dich nicht auf, wenn dir jemand in den Hintern treten sollte.
Es beweist nur: du bist ihm voraus!“

W. Wack