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Satirischer Monatsrückblick Juni 2018

von | Jun 30, 2018 | Satirischer Monatsrückblick

Zwick mich! Ist es wirklich wahr? Bin ich wach, träum ich oder bin ich einfach nur urlaubsreif? Im Juni ging die Show des psychopatischen Dreigestirns weiter: Trump verhängt Strafzölle, Erdogan gewinnt die Präsidentenwahl und Putin feiert seine Fußball-Weltmeisterschaft.

Als Gegenschlag auf die Strafzölle von Donald Trump auf Stahl- und Aluminiumimporte hat sich die EU etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Rachezölle!
Und zwar auf Erdnussbutter, Motorräder, Whisky, Jeans, Lippenstifte!
Das tut den Amis nämlich so richtig weh. Denn der typische Europäer ist ein geschminkter Motorradfahrer in Bluejeans, der sich zum Frühstück ein Brot mit in Whisky getränkter Erdnussbutter schmiert.
Einfuhrzölle auf Erdnussbutter und Motorräder – ich bitte Sie! Das ist doch genau so effektiv für die EU, als wenn Afrika Strafzölle auf Lockenwickler und Selbstbräunungslotion einführen würde.

Und nachdem Herr Putin die Fußball-WM eröffnet hat, ging’s gleich richtig los.
30 000 Peruaner machten beim Spiel gegen Dänemark so richtig Stimmung. Und du schaust in die Gesichter der peruanischen Fans und denkst: Die kenne ich irgendwoher. Klar – aus der Fußgängerzone der Innenstadt.
Jetzt wissen Sie, warum sämtliche deutsche Innenstädte während der WM von peruanischen Panflöten-Combos befreit waren. Die sind alle mal schnell nach Russland rüber. Leider sind die Peruaner in der Vorrunde rausgeflogen, so dass das Gedudel Ende Juni wieder losging.

Bevor die deutsche Mannschaft kapiert hatte, dass die WM schon begonnen hat, war sie für die DFB-Elf schon wieder vorbei.
Erst mussten die Deutschen Ballzauberer (Hahaha –der war gut, gell?) ihre Mexikanische Bohnensuppe auslöffeln, dann hätten sie sich fast am Schwedenpunsch verschluckt, bevor die Südkoreaner dann endgültig „daum-eh bwa“ riefen, was soviel bedeutet wie „Bis zum nächsten Mal.“

Und dann gab es etwas ganz Neues und Einmaliges bei dieser WM, Herrschaftszeiten, dass ich das noch erlebe: Eine Frau kommentiert ein Herren-Fußballspiel. Dabei war Frauenfußball in Deutschland bis Ende 1970 verboten. Und nun dürfen sie sogar Herren-Spiele kommentieren. Ich finde das großartig.
Aber einige Herren ergossen ihren üblen Hirnschmalz im Internet über jene Reporterin. Hallo? Bleibt mal ganz locker, Jungs. Klar sind Redewendungen von Frau Neumann wie „Die Abwehr steht in Halb-Acht-Stellung…“ nicht das Non-Plus-Ultra der deutschen Sprachschöpfung. Aber was unsinnige Wortakrobatik betrifft, sind einige Herren Reporter noch weit vor Frau Neumann anzusiedeln.

Und wenn Oliver Welke im Studio herumlümmelt wie bei der Heute-Show, fragt doch auch keiner, was das mit seriösem Sportjournalismus zu tun hat.
Außerdem gibt es nur einen einzigen Grund, warum sich auf der Fernbedienung die Mute-Taste befindet: Bela Rethy.

Und ganz nebenbei gewinnt Erdogan die Präsidentenwahlen in der Türkei.
Die Polizei sperrt in Berlin die Straßen ab, damit in Berlin lebende (Deutsch-)Türken auf dem Kuhdamm mit einem Autokorso den Wahlsieg Erdogans feiern können.

„88 Prozent Wahlbeteiligung in der Türkei, das ist wahre Demokratie…“ hüstelt ein Mitbürger mit Migrationshintergrund in erbrochenem Deutsch ins Mikrofon einer Journalistin.
Nun, Erich Honecker würde ihm Recht geben, der hatte sogar 98 Prozent Wahlbeteiligung und glaubte auch, er lebe in einer Demokratie.

Lieber Mitbürger mit Migrationshintergrund, die Höhe der Wahlbeteiligung ist noch kein Kriterium für Demokratie. Und so möchte man ihm zurufen:
„Wahre Demokratie ist, wenn du den Wahlsieg eines ausländischen Diktators mit einem Autokorso feiern kannst und die Polizei sperrt dir dafür sogar noch die Straße.“

Wie dem auch sei, bei der nächsten WM kommen die Deutschen wieder bis ins Finale, wenn nicht sogar noch weiter. Und dann fahren wir auf dem Kuhdamm in Berlin Autokorso und die türkischen Erdoganwähler sperren die Straße ab, weil wir sonst Strafzölle auf Dönerfleisch und Falaffel erheben…äh…Entschuldigung, jetzt ist mir was völlig durcheinander geraten. Ich bin einfach urlaubsreif.

Kommen Sie gut in den Juli, erholen Sie sich gut und falls ihr Team nicht Weltmeister wird, denken Sie dran: Immer schön lächeln!


Spruch des Monats

„Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich so wenige Leute damit beschäftigen.“

Henry Ford