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Satirischer Monatsrückblick Mai 2018

von | Mai 31, 2018 | Satirischer Monatsrückblick

Nun ist nicht nur der Mai gekommen – wie es in einem Liedchen heißt – sondern mit dem Mai auch die Europäische Datenschutz-Grundverordnung.

Am 25. Mai 2018 tritt die neue Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft, die die Verarbeitung personenbezogener Daten regelt und für alle europäischen Unternehmen gilt.

Jetzt werden Sie vielleicht fragen: DSVGO? Hä?
DSVGO klingt ein bisschen wie StVO, ist aber was ganz anderes. Naja, nicht ganz. Im Grunde ist es ein Teil der Straßenverkehrsordnung im Internet.

Auf den Datenautobahnen in Europa kann man nicht mehr einfach so durch die Gegend rasen – womöglich noch ohne Führerschein. Oder einfach so auf einem Parkplatz die Nummernschilder anderer Fahrzeuge abmontieren und weiterverkaufen.

Denn: Egal ob Trabbi oder SUV, ob Fahrrad oder Reisebus, ob Rollstuhlfahrer oder Sattelschlepper, jeder – wirklich jeder – muss erst einmal raus auf den Standstreifen und die gelbe Warnweste anlegen.
Da werden keine Unterschiede gemacht, ob katholisch oder Zeuge Jehowa, ob du ein Fan von Heilerde bist oder an Dr. Müller-Wohlfahrt glaubst, spielt alles keine Rolle.

Klingt alles kompliziert, ist aber zu Ihrer eigenen (Daten-)Sicherheit. Und um im Bild zu bleiben: Das Schöne daran, Sie können nicht mehr geblitzt werden.

Naja, stimmt nicht ganz. Denn ein paar Staatstrojaner düsen sicher weiter ungesehen über die Datenautobahn.
Auch Mark Zuckerberg bekommt sicher von der EU die Blaue Plakette – eine Art Tarnkappe, um unerkannt im Datenverkehr bei Rot über die Kreuzung zu fahren.

Auch ich muss mich an die DSGVO halten. Jetzt zum Beispiel, während Sie diese Zeilen lesen, wird weder Ihre IP-Adresse von mir gespeichert, gemästet, geschlachtet und dann zu Wurst verarbeitet, noch schlüpfe ich ungesehen virtuell in Ihr Wohnzimmer.

Daten – so sicher wie Alcatraz

Und falls Sie meinen „Satirischen Monatsrückblick“ abonniert haben, (oder irgendwann einmal abonnieren), Ihre Daten sind bei mir in guten Händen. Also bildlich gesprochen, denn ich fasse Ihre Daten ja nicht an. Sie liegen irgendwo sicher abgespeichert auf einem Chip.

Ihre E-Mail-Adresse verkaufe ich weder an chinesische Hacker, noch an die Telekom oder IKEA. Sie befindet sich auf einer Festplatte, zu der nur ich Zugang habe. Diese Festplatte ist so etwas wie mein persönliches Alcatraz, gut bewacht, ein Verlies, für das nur ich den Schlüssel hab.

Und bevor mich der ganze Daten-Sicherheits-Kram noch mehr geistigen Dünnsinn schreiben lässt, höre ich lieber auf.

Falls Sie, geneigter Leser, in den nächsten Tagen völlig entnervt die fünfhundertste E-Mail lesen, in der Sie gefragt werden, ob man Sie mal fragen darf, ob Sie auch in Zukunft ungefragt elektronische Post bekommen wollen, vorausgesetzt, Sie haben keine Fragen – dann hilft nur: Immer schön lächeln!


Foto: by D Ramey Logan [CC BY-SA 3.0 ], Wikimedia Commons;

Spruch des Monats

„An alle, die behaupten, sie wüssten, wie der Hase läuft:
Er hoppelt!“

Unbekannt