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Monatsrückblick Januar 2012

Willkommen im Jahr 2012! Und das hatte es schon im Januar in sich. Während ein durchgeknallter Italiener „Schiffeversenken“ spielt, versinkt Deutschland im Sumpf der Machenschaften seines Präsidenten Wulff. Aber auch unsere Handballer sind bei der Europameisterschaft in Serbien ziemlich untergegangen. Mal ganz abgesehen vom Untergang der Drogerie-Kette „Schlecker“.

Aber nun mal der Reihe nach. „Concordia“ – so heißt die altrömische Göttin der Eintracht. In friedlicher Eintracht mit dem Meeresgetier liegt jetzt die „Concordia“ der Kreuzfahrtgruppe Costa. Dumm gelaufen, wenn der Kapitän erst das Schiff versenkt und dann hinterher noch aus Versehen ins Rettungsboot fällt.
Damit nicht ganze Familien ausgelöscht werden, empfehle ich Ehepaaren bei Kreuzfahrten immer getrennte Kabinen zu buchen. Am besten einer Backbord, einer Steuerbord. Noch besser sind getrennte Schiffe. Ist für den ein oder anderen sowieso entspannter.

Schon im Januar stürzen wieder unzählige Ergebnisse von Umfragen und Studien auf uns herab. Doch sie lehren uns nur eines: Alles ist relativ!
Hier ein Beispiel. Nur jeder dritte Deutsche kennt seine genauen Stromkosten! – Das ist wenig. Jeder dritte Deutsche weiß nicht, dass Auschwitz in Polen liegt! – Das ist viel.
Noch ein Beispiel: Jeder fünfte Deutsche hat chronische Schmerzen! – Das ist viel. Jeder fünfte Deutsche kann mit dem Begriff „Auschwitz“ überhaupt nichts anfangen! – Das ist zu viel!

Was für den einen eine billige Eigenheimzulage unter Freunden, ist für den anderen ein handfester Kreditskandal. Alles ist halt relativ. Doch so langsam wächst meine relative Wut zu einem objektiven Zorn. Ein unbändiger Zorn, dass ein ganzes Volk von seinen Regierenden und Herrschenden dermaßen für blöd verkauft wird, wie es sich bisher nur Programmplaner einiger Privatsender getraut haben.

Hier eine eigene Sendung für Lothar Matthäus (VOX), da „Das perfekte Model“ (schon wieder VOX). Mädchen mit Kleidergröße 36 taugen nicht für den Laufsteg, urteilte neulich eine Jury bei einem offenen Casting in Hürth.

Keine Anstrengung ist uns zu groß, damit unsere Kinder und Enkel seelisch-geistig und körperlich gesund ins Leben starten. Und kaum haben sie den letzten Pickel ausgedrückt und die Zahnspange abgelegt, müssen sie erfahren, dass sie für dieses Leben zu dick sind.

Kommen diese verantwortungslosen geistigen Vollpfosten wie Frau Klum auch wie verführerische Sirenen im Engelsgewand mit Traum-Maßen dahergeschwebt; Es geht um nichts Geringeres als die Verdummung unserer Nachkommen.

Und während diese Volksverblödung noch mit der Quotengeilheit mancher Fernsehredakteure zu rechtfertigen wäre, ist bei Staatsoberhäuptlingen Schluss mit lustig. Sie und ich – wir haben Besseres verdient. Besseres als diese Wulffs und Guttenbergs, die uns für doof verkaufen auf dem Niveau einiger Privatsender. Deshalb stimmen Sie ein in den Chor, der das Lied der Veränderung anstimmt: Es reicht!!!

Uff…äh…Entschuldigung. Das musste einfach mal raus. Auch Kabarettisten sind nur Menschen. Ich hab das einfach nicht im Griff.

Übrigens wurde im Januar das Wort „Dönermorde“ zum Unwort des Jahres 2011 gewählt. Klar, Döner kann man ja nicht umbringen, denn Döner leben nicht. Obwohl? Zu Zeiten von Gammelfleisch weiß man das nicht so genau…
Jedenfalls würden wir blöd gucken, wenn einige Deutsche in China an deutschen Imbiss-Buden gekillt werden und der Chinese spricht dann von „Bratwurstmorden“.

In diesem Sinne, lassen Sie sich nichts bieten. Rebellieren Sie, wenn man Ihnen auf die Pelle rückt. Und: Bleiben Sie 2012 wie Sie sind. Sie sind gut genug. Nur in einem sollten Sie sich ändern: Gehen Sie doppelt so viel ins Kabarett! Und: Immer schön lächeln!

Abstand unten!