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Monatsrückblick April 2011

Als Kinder hatten wir immer einen Spruch: „ April, April, der weiß nicht, was er will!“
Das bezog sich auf das Wetter. Weil es im April mal regnet, mal die Sonne scheint. Und das wechselt so schnell und häufig, dass man die Redensart „…der weiß nicht was er will“ benutzt.

Das ist ähnlich wie beim Regieren von der Merkel. Die weiß auch nicht, was sie will. Allerdings nicht nur im April, sondern das ganze Jahr über. Mal sagt sie, wir haben die sichersten Atomkraftwerke, dann sagt sie, die sichersten Atomkraftwerke sollen noch sicherer werden. Dann sind es nämlich die allersichersten Atomkraftwerke. Und neulich meinte sie, sie sei sich nicht sicher, ob die allersichersten Atomkraftwerke noch sicher seien. Bei so viel Sicherheit war ich leicht verunsichert.

Jedenfalls hatten wir im April schönes Wetter. Herrlich. Zu Ostern strahlte die Sonne, in Japan strahlte…na gut, lassen wir das. Immerhin feierten wir im April Tschernobyls „Silbernes Brennstabjubiläum“. Jawoll, 25 Jahre ist das schon her. Kinder, wie die Zeit vergeht.

Außerdem bin ich im April zum Tankstellenleser geworden. Kennen Sie nicht? Kein Kaffeesatzleser oder Orakelleser. Tankstellenleser! Letzten Dienstag sagte mir meine Tankstelle, in Libyen ist endlich wieder Ruhe. Der Liter Super nur noch 1,49 Euro.
Nee, sagt mein Kumpel Kalle, in Libyen rappelt es noch immer, aber Ostern ist vorbei.

Wenn du früher wissen wolltest, was es neues gibt oder welcher Tag gerade ist, dann hast du dir eine Zeitung gekauft. Ganz früher hat man die Sterne gedeutet oder Orakel befragt, um Dinge vorherzusagen. Heute fährst du zu Aral, Shell und Esso, guckst auf die Spritpreise, da weißt Du, übermorgen beginnen die Feiertage.

Kalle hat einen ganzen Katalog zusammengestellt: 1,54 Euro bedeutet, es ist Freitag, also Wochenende steht vor der Tür. Montag Nachmittag erkennst du am Spritpreis von 1,47 Euro. 1,56 bedeutet Ferienbeginn, 1,62 Ostern und Pfingsten. Weihnachten schlägt mit 1,55 zu buche, denn da fahren die meisten mit der Bahn.
Das ist super. Also nicht das Benzin, sondern die kalendarische Ablesbarkeit an unseren Tankstellen.

Das ist fast so gut wie die Speicherung der Standortdaten beim iPhone. Alle regen sich auf wegen irgendwelchem Datenschutz. So ein Quatsch. Wenn du wieder mal Filmriss hattest, weil du sturzbetrunken den Abstieg deines Lieblingsvereins begossen hast, – dein iPhone weiß, wo du warst.

Ich hab gleich so ein Ding meiner Frau geschenkt. Von wegen vier Stunden im Wartezimmer bei Dr. Nabelschnur gesessen. Schnell mal ihr iPhone an den PC gekabelt, Daten übertragen und schon kann ich Spuren lesen wie einst Winnetou und Old Shatterhand: Zwanzig Minuten Dr. Nabelschnur, dann ne Stunde Karstadt, dann vierzig Minuten Café „Strandperle“ und hinterher noch fast zwei Stunden bei Görtz Schuhe kaufen. Hätte ich ohne iPhone nie erfahren.

Noch mal zu Libyen. Mutti Merkel hat bei der Abstimmung über die Libyen-Resolution im UN-Sicherheitsrat für Deutschland angeordnet: Stimmenthaltung!!!
Also mal ehrlich, der Gaddafi hat ja nicht mehr alle Latten am Zaun, der Typ hat ein dermaßen großes Brett vorm Kopf… Das Problem ist nur, wir Deutschen haben ihm auch noch das Holz dafür geliefert.
Die Deutschen haben dem Gaddafi immer fleißig Waffen verkauft. Und nun schlachtet er mit diesen Waffen sein eignes Volk ab. Jetzt will man diesen blutrünstigen Metzger in die Schranken weisen. Doch Mutti Merkel findet, das ist blöd. Denn die Knarren, Kanonen und Panzer müssen ja zerrammelt werden. Schließlich will man ihm ja wieder neue andrehen. Das bringt Geld in die Staatskasse. Zum Wohle aller. Also hat sie befohlen: Stimmenthaltung!!! Ist ja logisch.

Sehn Sie, das ist genau dasgleiche, wenn du der Frau deines Nachbarn ein Kind andrehst. Und wenn der Rotzbengel dann in die Pubertät kommt und hackedicht bei dir an die Wohnungstür pinkelt, holst du auch nicht gleich die Polizei. Schließlich ist es deine eigene Brut, auch wenn es keiner weiß. Und wenn deine eigne Frau dann noch wettert: „Dieser Lump ist genauso ein Draufgänger wie sein Vater.“ – Da enthälst Du dich auch der Stimme. Schließlich willst du ja Deine Nachbarin wieder schwäng… nee, das ist jetzt ein blödes Beispiel. Aber Sie wissen, was ich meine?

Jedenfalls hat der Gottschalk am Samstag seine letzte Sendung „Wetten, dass…?!“ – Wie ich jetzt darauf komme? Egal! Wenn im April das Wetter machen kann, was es will, dann darf ich die Themen wechseln, wie ich will. Also: Eine Umfrage von der Zeitschrift „Gala“ hat ergeben, dass die meisten sich Barbara Schöneberger als Nachfolgerin von Gottschalk wünschen. Gott sei Dank, irren sich laut einer anderen Umfrage Umfragen ziemlich häufig. Denn mal ehrlich:
Wetten, dass… sich kein Kandidat auf seine Wette konzentrieren kann, wenn die Schöneberger mit ihren beiden „Barbaras“ angewippt kommt?!

In diesem Sinne: Tanzen Sie gut in den Mai. Und immer schön lächeln!