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Monatsrückblick Februar 2010

Im Februar wurde unser christliches Abendland so richtig durchgeschüttelt. Da fährt die evangelische Ratsvorsitzende Bischöfin Käßmann mit über 1,5 Promille bei Rot über die Kreuzung. Die Presse startete gleich einen Kreuzzug. Und dann tritt sie auch noch zurück. – Aber Frau Käßmann, wer wird denn gleich übertreiben. Bei Günter Beckstein hätten Sie dafür eine Beförderung bekommen.
Oder stellen Sie sich vor, Herr Brüderle müsste die Konsequenzen ziehen. Nur weil er schon am Mittag einen halben Liter Wein vernascht hat und seinen Sermon ins Mikrofon des Bundestages lallt. Da wäre doch unsere pfälzische Weinkönigin keine drei Tage Wirtschaftsminister gewesen.

Wenn jeder Politiker jetzt die Konsequenzen aus Fehlern zieht so wie unsere evangelische Schnapsdrossel, dann regiert hier ja bald gar keiner mehr. Naja, andererseits – ein verführerischer Gedanke.

Jedenfalls wird dieser kleine Zwischenfall nicht an den Grundmauern der festen Burg Evangelische Kirche rütteln. Sonst hätte ja Luther damals völlig umsonst seine Thesen an diese katholische Kirche in Wittenberg genagelt. Wenn heute in der Katholischen Kirche genagelt wird, dann höchstens im Kindergottesdienst…ähh…ich meine in der Bastelgruppe für die Kinderkatechese.
Wenn der Pastor seinen Kleister verteilt und sagt: „Und das ihr mir nichts zu Hause erzählt – das soll nämlich eine Überraschung sein!“
Die Überraschung kommt dann 20/30 Jahre später. Wenn die Messdiener groß sind und endlich verstehen, wie der Satz gemeint war: „In jedem Messdiener steckt auch ein Priester“.
Wenn der geneigte Leser jetzt der Meinung ist, das was ich schreibe sei ekelhaft, kann ich nur erwidern: Stimmt!
Den Satz aus der Bibel „Lasset die Kindlein zu mir kommen“ haben wohl einige Ordensleute falsch verstanden.

Doch der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, hat sich entschuldigt. Interessant, wie unfehlbar die oberste deutsche Spitzmütze bei ihrer Wortwahl ins Fettnäpfchen tritt. Da ist von „Erhärtung des Verdachts bei sexuellem Missbrauch“ die Rede. Nun, ohne Erhärtung auch kein sexueller Missbrauch, oder?
Andererseits soll als vorbeugende Maßnahme die Priesterausbildung geändert werden. – Ich wusste gar nicht, dass diese Schweinigeleien Bestandteil der Ausbildung sind.
Weiter mein Herr Zollitsch: Ob man in Zukunft Strafanzeige stelle, sei eine „Frage des Abwägens“. Hallo! Was will er da abwägen? Oder meint er gar abwiegen? Ich dachte bei männlicher Potenzprahlerei geht’s immer um die Länge. Bei der katholischen Kirche spielt dagegen das Gewicht eine Rolle.

Wer denkt, dass jetzt Köpfe bei der Kirche rollen, der irrt. Mit Enthauptungen kennt sich die Katholische Kirche ohnehin nicht aus. Eher mit Verbrennen. Doch zu Zeiten des Klimawandels kommen Scheiterhaufen gar nicht gut. Der Rauch, der Ruß, der Feinstaub.

Im normalen irdischen Leben hatte der Februar auch noch Überraschungen parat: Unsere Familienministerin Frau Köhler heißt jetzt Schröder. (Da fällt mir nun wirklich keine Pointe mehr ein.)
Und: Wundern Sie sich, warum derzeit jeder Ossi mit seinem Auto schneller ans Ziel gelangt als all die Wessis? Die im Osten sind den Umgang mit den vielen Schlaglöchern aus 40 Jahren DDR halt gewohnt: Ans Schlagloch ranfahren – nachsehen ob ein Kind drin spielt – weiterfahren!

Na dann, viel Spaß im Monat März! Und immer schön lächeln!