Seite wählen

Monatsrückblick Oktober 2011

Im Oktober gab es viele schöne Dinge – die EM-Qualifikation von Jogis Jungs zum Beispiel. Und viele traurige Dinge – der Tod des iPhone-Erfinders Steve Jobs. Ob der Tod von Gaddafi nun zu den schönen oder traurigen Dingen gehörte, das müssen Sie schon selbst entscheiden.

Steve Jobs wurde im Kreise seiner Angehörigen beigesetzt. Mit seinem iPhone. Alles war sehr schlicht. Der Sarg in Weiß. Oder besser: in iWeiß. Man wollte sogar auf den anschließenden Leichenschmaus verzichten. Aber Jobs hatte testamentarisch verfügt: Ohne Festplatte geht gar nichts!

Jetzt tüfteln Experten an einem benutzerfreundlichen Grabstein. Möglichst flach, elegant und mit Touchscreen. Durch Berühren und Verschieben kann man den Text des Grabsteines dann verändern. „Plötzlich und unerwartet.“ „Nach langer, schwerer Krankheit.“ „Ruhe in Frieden“.
Mark Zuckerberg von Facebook wollte auch noch den „Gefällt mir“-Button integrieren, aber das ist gegen den Datenschutz. Schließlich geht niemand etwas an, wer wann wo auf irgendeinem Friedhof gerade hochgeladen wird.

Aber kommen wir zu den wesentlichen Dingen im Oktober.
Ich raff es nicht mehr. Ich blicke einfach nicht mehr durch. Rettungsschirm, Schuldenschnitt, Schuldenhebel, Euro-Rettung, Griechenland-Rettung. Peilen Sie da noch was? Wer da wann wen wie retten muss oder will?

Und dann diese Zahlen: Millionen, Milliarden, Billionen. Sowas kann ich mir doch gar nicht vorstellen. 600 Euro Überziehungskredit, dann hört meine Finanzwelt auf. Wenn ich zum Frisör gehe und ich hab mein Geld vergessen, das ist für mich ein Schuldenschnitt.
Da wird ständig irgendwie Geld hin- und hergeschoben, da bekommt der Begriff „Krötenwanderung“ eine ganz andere Bedeutung.

Neulich war Oma zu Besuch und die bringt mal wieder die ganze Sache auf den Punkt: „Sag mal, wieso heißt das eigentlich Einarmiger Bandit? Der Ackermann hat doch noch beide Arme.“
„Oma“, sag ich „der Einarmige Bandit ist ein Glückspielautomat. Von dem sollte man die Finger lassen, der zieht den Leuten nur das Geld aus der Tasche.“
„Ja, sag ich doch, Finger weg, der zieht den Leuten nur das Geld aus der Tasche, der Ackermann, der Bandit.“
Erst als ich ihr eine alte Video-Kassette mit Norbert Blüms „Die Rente ist sicher…“ einlegte, konnte sie sich wieder beruhigen.

Und dann kommt dieser Herr Henkel… wie bitte? Nein, nicht Birkel. Birkel war der mit der Nudel. Nein, auch nicht der Henkel von Persil oder dem Pritt-Stift.
Sondern Hans-Olaf. Kennen Sie den? Der war mal Manager bei IBM und Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie.
Einer dieser Typen, die von einer Talkshow zur nächsten tingeln. Die bei Maischberger, Will und Jauch auf Kosten des Steuerzahlers die Sessel vollfurzen und nur heiße Luft von sich geben.

Also, dann kommt dieser Henkel und will eine Partei gründen. Und er wirbt für einen Nord- und Süd-Euro. Ja, genau wie bei Aldi. Nord und Süd. Nur der Süd-Euro ist dann etwas weniger wert und der Nord-Euro etwas mehr. (Das ist bei Aldi anders). Und ich frag mich, wieso Süd-Euro, Herr Henkel? Lira klingt doch viel schöner.

Ich war neulich auf meiner Hausbank und wollte 500 Euro abheben. Keine Bankschalter mehr. Nur noch Roulette-Tische. Wie im Casino. „Was ist denn hier los?“, will ich wissen. „Ich wollte 500 Euro abheben…“,
„500 Euro, kein Problem. Setzen Sie auf schwarz oder rot? Gewinnen Sie, kriegen Sie ihr Geld, gewinne ich, kriegts die Bank.“ „Wie? Das ist ja Betrug…äh…ist das neu?“ stammle ich. „Erstens: das ist nicht neu, Betrug ist eines der ältesten Geschäftsmodelle! Und zweitens: Wir wollen unseren Kunden nur mal vermitteln, wie wir hier so arbeiten.“

Oma hatte Recht, denk ich. Vorsicht vor den Einarmigen Banditen!
Also, passen Sie auf Ihre Kröten auf. Am besten ausgeben. Und zwar investieren. In Kabarett. In diesem Sinne: Immer schön lächeln!