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Da sage einer, es gäbe keine Gerechtigkeit. Jetzt aber. Der März stellt das Gegenteil unter Beweis: Uli, der Hoeneß muss in den Knast. Wir haben es alle gewusst. Jemand, der so viel Erfolg hat, muss kriminell sein. Der kauft allen alles weg und dann hat er noch so blöde Wutausbrüche, wo man das doch nicht macht als anständiger Mensch. Und überhaupt. Ich kann mir gerade mal die Billigversion der Keramik-Gartenzwerge von Amazon für meinen Vorgarten leisten, während der Uli einen Swimming-Pool sein eigen nennt, auf dessen Boden die Symbole der Börse zu sehen sind: ein schnaubender Bulle und ein Bär. Und weil der Uli den Hals nicht vollkriegt, hat er auch noch eine Wurstfabrik.

Aber damit ist jetzt Schluss. Wie sagte schon Anton Lebertran, der Erfinder der einzelligen Gewürzgurke: „Willst du dem Staat die Steuer prellen, musst du im Knast die Wurst abpellen.“

Die vor Wut sabbernden Neider können ihre Hochatmung einstellen. Es gibt noch Gerechtigkeit in diesem Land. Der Geifer ist getrocknet und halb Deutschland kann sich selbstgerecht im Sessel zurücklehnen und vor der Glotze ein Clausthaler schlürfen. Uli muss in den Knast. Soviel Zufriedenheit im deutschen Land gab es zuletzt als wir den Holländern im Endspiel 1974 gezeigt haben, wo der Barthel den Most holt.

Stoiber als Bayern-Präsident?

Nun will ich den Uli nicht in Schutz nehmen, er hat ja wirklich ein paar Milliönchen dem Staate vorenthalten.
Aber hat jemand an die Konsequenzen gedacht? Die Süddeutsche Zeitung schrieb, dass Edmund Stoiber Interesse als Nachfolger von Uli Hoeneß als Bayern-Präsident zeigt.

äh...vom Stadiontor...in 10 Minuten...äh...bis zur Südtribünähhh...

äh…vom Stadiontor…in 10 Minuten…äh…bis zur Südtribünähhh…

Wer bewahrt uns davor? Hören wir demnächst bei der Hauptjahresversammlung des reichsten Fußballclubs Deutschlands das Gestammel einer einfältigen CSU-Großhirnrinde: „Wenn Sie, meine Damen und Herren, in München beim FC Bayern zum Stadiontor hereinkommen, dann brauchen Sie gerade mal 10 Minuten bis zur Südtribüne. Und in weiteren zehn Minuten, sind sie im VIP-Bereich, dass müssen Sie sich mal vorstellen in London. Oder beim FC Chelsea…“

Wird dann aus der Allianz-Arena das Broca-Areal? (So nennt man das Gebiet im menschlichen Hirn, welches für die Sprachbildung zuständig ist. Also das Areal, das bei Edmund Stoiber ziemlich…ach lassen wir das.)

Und was wird nun aus all den anderen Zockern? Diejenigen, die den Staat nicht nur um Millionen, sondern um ein paar Milliarden geprellt haben. Die durch ein paar Mouse-Klicks eine ganze Volkswirtschaft an den Rand des Abgrunds gebracht haben. In welcher Zelle sitzen die Verantwortlichen der Hypo Real Estate, HSH Nordbank, West- und Bayer LB und wie sie alle heißen ein?
Oder anders ausgedrückt: Wäre Uli Hoeneß eine Bank, müsste er nicht im Knast sitzen, sondern könnte es sich unter einem gesetzlich verordneten Rettungsschirm gemütlich machen.
Und wie sieht es aus, mit dem Uli Hoeneß in uns allen? Wie war das bei der letzten Steuererklärung mit der Fahrtkostenabrechnung? – Aber ich höre jetzt lieber auf, denn das Finanzamt liest mit.

Der Russe ist wieder da!

Neben Uli Hoeneß hatte im März noch ein anderes Feindbild Hochkonjunktur: Der Russe! Endlich ist er wieder da, der alte Feind! Jetzt wissen wir wieder, vor wem wir unsere Kinder warnen müssen. Die jüngere Generation kannte den Russen nur in Verbindung mit Wodka, Fußballverein-Besitzern und Russendisco.
Und jetzt will der Russe die Krim einverleiben. Klar. Die Krim ist für Putin so etwas wie der Wintergarten Russlands. Von dort aus hast du Zugang zur Außenwelt, zum Garten, zum Strand.
Da willst du ja nicht unbedingt die Raketen von der Nato drinstehen haben.

...der in der Mitte ist der Russe...

…der in der Mitte ist der Russe…

Das wäre genauso, als wenn dein Nachbar seinen Jaguar in deinem Vorgarten parkt. Dort hat der nichts zu suchen. Dort dürfen die Kinder spielen, die dir das Gartentor aufhalten, wenn du mal schnell mit deinem 3er BMW eine Spritztour machen willst.
Da hat der Putin doch Recht. Aber der Steinmeier sieht das anders. Dabei müsste Deutschland doch wissen, wie es ist, eine Insel zu annektieren. Wir haben uns doch auch Mallorca einverleibt. Jahrelang besetzen wir mit volltrunkenen Ballermann-Helden spanisches Hoheitsgebiet. Fragt doch auch keiner den mallorquinischen Bauern, was er davon hält, wenn der Kegelclub von Bottrop in geübter Regelmäßigkeit in seine Rabatten kotzt.

Jetzt bin ich neugierig, was der April so alles bereithält. Warten wir’s ab. Bleiben Sie locker und schicken Sie mal wieder jemand in den April. In diesem Sinne: Immer schön lächeln!

Fotos: Usien (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons; Dmitry Avdeev (Provided via email) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons