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Stellen Sie sich vor, Sie sind eine Frau (vielleicht sind Sie das ja ohnehin, dann brauchen Sie sich das nicht einmal vorzustellen). Sie stehen vor einer Fußgängerampel und ärgern sich. Warum? Weil die Silhouette der Ampel ein Männchen zeigt und kein Weibchen – also keine Frau. Und das ist im Sinne der Gleichberechtigung nicht mehr tragbar.

Jetzt denken Sie vielleicht, nun übertreibt er aber wieder, der Zawischa. Nein! Im November forderten Grüne und SPD der Dortmunder Bezirksvertretung Innenstadt-West tatsächlich eine Umstellung von Ampelmännchen auf Ampelfrauen.
Die Begründung: Durch die Gleichstellung von Mann und Frau ist die teilweise Umrüstung folgerichtig. Außerdem biete die Ampelfrau wegen ihres Designs mit Kleid und Zopf auch den Vorteil einer vergrößerten Leuchtfläche.

Entschuldigung, aber bei SPD und Grünen in Dortmund leuchtet schon lange nichts mehr, da hilft auch keine größere Leuchtfläche. Da draußen brennt die Welt und die haben keine anderen Sorgen als ihre Gender-Neurose zu pflegen.

demnächst: Ampelfrauen

demnächst: Ampelfrauen

Wenn Sie denken, verrückter geht’s nicht, haben Sie sich geschnitten. Im November wurde das NoPhone vorgestellt. Dieses Smartphone kann nichts. Ja, Sie haben richtig gelesen: Nichts! Es hat kein Betriebssystem, keinen Akku, man kann damit nicht ins Internet, keine Fotos machen und zum Telefonieren taugt es auch nicht. Es ist ein Plastikblock in der Form des Handys. Eine Art Attrappe, ein Dummy.

Laut den Entwicklern aus New York soll es Smartphone-Junkies heilen. Es soll Menschen helfen, die süchtig nach ihrem Telefon sind und im Minutentakt auf das Handydisplay schauen müssen. Diesen Menschen vermittelt das NoPhone das Gefühl, trotzdem ein Handy in der Tasche zu haben, schreibt chip.de.

Dieses Nicht-Telefon kann man für 12 Dollar bestellen und ist inzwischen ein Internet-Hit. Das Gerät gibt es in zwei Ausführungen: ein normales Stück Plastik und ein Selfie-Modell, bei dem ein Spiegelaufkleber angebracht ist.

Ich frage mich, ob man das auch auf andere Lebensbereiche übertragen sollte? Ein NoDuster für Putzsüchtige oder eine NoBottle für Trinker wären doch nicht schlecht.

Es gab noch weitere verrückte Nachrichten im November. Uruguays Präsident tritt ab. Das ist an sich nicht verrückt, aber José Mujica wird als ärmster Präsident bezeichnet. Er lebt seit dreißig Jahren in einem schlichten Bauernhaus, fährt einen hellblauen VW-Käfer und wird gerade mal von zwei Polizisten und seiner humpelnden Hündin Manuela bewacht. Er begründet seinen Lebensstil: „Ich lebe wie die meisten Menschen in diesem Land.“

Präsidentenlimousine

Präsidentenlimousine

Ach, da freut man sich doch mal, dass es auf der Welt noch diese Art von Politikern gibt. Und ich fange an zu träumen und sehe Joachim Gauck in einem runtergekommenen Bauernhaus in Mecklenburg Vorpommern, wie er in abgetragener Strickjacke in den Schuppen geht, um die Zündkerzen an seinem mintgrünen Trabbi auszuwechseln. –
…ja, ich weiß, aber man wird ja noch mal träumen dürfen.

Nicht geträumt hab ich, als ich bei Spiegel-online die Schlagzeile gelesen habe „Die schwarze Null steht!“. Zuerst dachte ich, der Schäuble kann wieder laufen. Dann merkte ich, dass Herr Schäuble lediglich beschlossen hat, dass der neue Haushalt schuldenfrei ist. Ich wusste gar nicht, dass man das so einfach beschließen kann.
Demnächst gehe ich zu meiner Bank und sage: „Guten Tag, Herr Schlawinski, ich hab beschlossen, dass mein Haushalt im nächsten Jahr schuldenfrei ist.“
Und wenn das funktioniert, warum hat Herr Schäuble das nicht schon früher gemacht? Oder werden wir da wieder nur einmal mehr an der Nase herumgeführt?

Und unwillkürlich muss ich an das NoPhone denken. Wie wäre es, wenn man das auf die Politik überträgt: NoMinister, NoAbgeordnete, NoKanzler. Einfach ein paar Dummies hinsetzen, damit der Wähler wenigstens das Gefühl hat, er wird regiert. Ich weiß, dieser Vergleich hinkt wie die Hündin von José Mujica. Aber man wird ja mal träumen dürfen.
In diesem Sinne kommen Sie gut in den Advent und bei all der Träumerei: Immer schön lächeln!

Fotos:
By André Karwath aka Aka (Own work) [CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons; By Rudolf Stricker (Own work (own photo)) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons